
In den letzten Wochen bestand mein politisches Leben zum Einen aus Kontaktpflege, die mir sehr viel Freude bereitet, zum Anderen in Bemühungen um konkrete Projekte. Eines davon ist die Bemühung um die Errichtung eines Grenzdokumentationszentrums am ehemaligen Grenzübergang in Waidhaus.
Ich merke, dass es mir relativ leicht fällt, "in der Politik" Gehör zu finden und auch, etwas zu bewegen. Ich merke aber auch, dass es praktisch unmöglich ist, etwas zu realisieren, wenn man keine wirkliche Macht hat.
"Macht" ist ein relativ negativ belasteter Ausdruck, weil Macht schon schrecklich oft missbraucht wurde. Ich denke mir in letzter Zeit aber oft, wie viel Gutes man tun könnte, wenn man Macht, oder zumindest eine politische Mehrheit hätte.
All unsere Mühen um das Waidhauser Grenzdokumentationszentrum werden im Endeffekt wohl scheitern, weil der "Machthabende" Bürgermeister Schwarzmeier kein Interesse daran hat. Auch wenn es in den Medien anders erscheint.
Nach der letzten Gemeinderatssitzung habe ich lange nachgedacht. Ich habe meinen und seinen Weg überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass Politik immer eine Frage des Charakters ist - egal auf welcher Ebene man sich bewegt.
Es vergeht kein Tag ohne Kontakt mit Poltikern. Etwa 80% sind mir immer eine Freude. Ich finde es einfach toll, wenn sich Menschen einzig dem verschreiben, für andere Menschen eine Verbesserung zu erreichen.
Diese Woche war ich auf der Sitzung des Rettungszweckverbandes Nordoberpfalz: Eine Sitzung, die zwar sehr unstrittig war, auf der sich aber mit Sicherheit viel Verantwortung auf relativ wenig Schultern verteilt hat. Wir haben perfekt entschieden, obwohl von jeder der Parteien nur wenige Vertreter beteiligt waren. Jeder Verbandsrat war sich seiner Verantwortung bewust. Macht wurder perfekt gehandelt. Ganz egal, welcher Partei man angehört.
Zur Demokratie gehört wohl auch, dass die Menschen (die Wähler) entscheiden, wer an die Hebel der Macht gelangt. Das ist gut so und ich akzeptiere diese Entscheidung auch uneingeschränkt.
Ich glaube aber auch unumstößlich, dass Macht nur in die Hände von Menschen gelangen darf, die qualifiziert und in der Lage sind, auch damit umzugehen. Das gilt in der Kommunalpolitik genauso wie in der großen Weltpolitik.
Bei mir im Gemeinderat merke ich derzeit sehr deutlich, wie katastrophal es ist, wenn "man" (in Person des Bürgermeisters) unvorbereitet mit Macht, Verantwortung und Politik in Verantwortung kommt.
Andererseits hat mir heute ein junger Genosse eine Mail geschrieben, den ich für die sozialdemokratische Kommunalakademie gewinnen konnte - jene Institution, die meine Sicht der Dinge auch komplett verändert hat. Er hat geschrieben: "Es macht Spaß, die Gruppe ist sehr produktiv und ehrlich, ich freue mich, Dir am Ende ein Feedback geben zu können".
Das lässt mich einfach hoffen, dass Macht in Zukunft in guten Händen sein wird ...

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