
Letzte Woche durfte ich das erste Mal an der Vertreterversammlung unserer hiesigen Raiffeisenbank teilnehmen. In der perfekten Unternehmensform "Genossenschaft" sowas wie die Jahreshauptversammlung.
Und für mich im Grunde auch mein erster ernsthafter Kontakt mit Bankern (Bänkern). Ich muss sagen, dass ich nicht so recht wusste, was mich da erwartet. Im Endeffekt war es ein Saal voller Leute, die wohl allesamt einen sehr interessanten und auch durchaus beruhigenden Abend verbracht haben.
Warum? Darum: Selbst in der größten Wirtschafts- und Finanzkrise hat es die Raiffeisenbank geschafft, im Sinne ihrer Kunden zu wirtschaften, bzw. im Kreditgeschäft stark engagiert zu sein. Bei der Vorstellung des Geschäftsberichts hab ich mich noch gefragt: "Wie kann das nur sein?" und hab die Antwort auch prompt erhalten: Es war meinem Eindruck nach ganz einfach die Tatsache, dass die dortige Führung sich auf das ureigenste Bank-Geschäft konzentriert hat. Dass sie ultra-solide waren und es nach wie vor sind.
Der Vorstandsvorsitzende hat dann in seinem Bericht provokativ gesagt: "Und jetzt unterhalten wir uns mal darüber, wann unser Geld kaputt wird". Was er mit dieser süffisanten Einleitung dann in kurzer Zeit (vielleicht 10 Minuten) vorgetragen hat, war das mit Abstand Beste, was ich je einen, der unmittelbar mit dem Finanzmarkt zu tun hat, sagen gehört habe. Unglaublich - ich habe nur noch gestaunt.
Er hat absolut griffig und verständlich erklärt, warum eine Währung nicht kaputt gehen kann. Er hat die Panikmache um die Kaputtbarkeit des Euro mit einem Handstreich vom Tisch gewischt und auch längerfristige Entwicklungen und Währungsschwankungen, sowie den Einfluss von Spekulationen erklärt. Ein Banker erklärt, dass hinter einem (finanziellen) Vorteil auch immer Produktivität stehen muss und ein Gewinn im Grunde niemals virtueller Natur sein kann! Ich war wirklich begeistert und habe mir gedacht: "Wer so viel Ahnung und Verständnis vom Zusammenspiel von Finanzmarkt und Volkswirtschaft hat, wer alles so klar sieht, bei dem ist mein Geld wirklich gut aufgehoben".
Sicherlich gibt es solche Leute auch bei unseren Sparkassen, keine Frage. Nur kann ich das einfach nicht so beurteilen, weil mir da der Einblick fehlt. Aber egal ob Raiffeisenbank oder Sparkasse: Wären alle Banken nur halb so solide wie diese beiden es sind - es hätte nie zu einer Krise kommen können.
Die Targo-Bank wirbt mit dem Slogan: "So geht Bank heute". Ich habe keine Ahnung, wer die Targo-Bank ist und woher sie kommt. Aber als ich aus unserem schönen Raiffeisen-Gebäude rausgegangen bin, hab ich mir so gedacht:
So geht Bank heute! Großes Kompliment!

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