die Zukunft der Abfertigungsgebäude, respektive des ehemaligen Grenzüberganges Waidhaus wird in der Waidhauser Kommunalpolitik immer mehr zum Thema. Wollte der Waidhauser Bürgermeister noch vor ein paar Wochen den ehemaligen Grenzübergang gemeinsam mit seinem Bundestagsabgeordneten abreissen, so hat jetzt doch ein deutliches Umdenken stattgefunden: Auf Druck des heimatkundlichen Arbeitskreises und auch aufgrund sehr eindeutiger Willenserklärungen seitens des Waidhauser Gemeinderates.
Wir sind uns einig, dass die Gebäudlichkeiten erhalten werden sollen und wir daraus eine Art "Grenzmuseuem" machen wollen. Mit meinem Kollegen Karl-Heinz Zintl haben wir auch jemanden gefunden, der sich dem Thema komplett verschrieben hat und bei dem die Thematik auch in besten Händen ist.
Vom touristischen Aspekt her soll das Grenzmuseum Teil eines Schlechtwetter-Angebotes werden. Das ist ein sehr guter Gedanke! Die ersten Gedanken besagen, dass im ehemaligen Kontrollhäuschen eine Foto-Ausstellung entstehen soll, die man sich dann von der Straße aus im zugesperrten Kontrollhäuschen anschauen kann. Das halte ich für sehr halbscharig und nicht zielführend! Ich habe lange genug im besagten Kontrollhäuschen gestanden, als dass ich weiß, dass es unmöglich ist, dort auch nur ansatzweise einen Eindruck zu vermitteln, was sich am Grenzübergang Waidhaus seinerzeit abgespielt hat. Auch glaube ich, dass ein zugesperrtes Kontrollhäuschen, das man von außen betrachten kann, kein Teil eines Schlechtwetterangebotes sein kann.
Ich glaube vielmehr, dass man den Grenzübergang als Ensemble sehen muss und eine Ausstellung nicht aus Schaufensterpuppen und Fotos bestehen kann. Im ersten Gedanken kommt mir die Art und Weise der Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in den Sinn, wo es gelang, eine komplexe Materie mit Hilfe moderner Medien eindrucksvoll zu vermitteln. Ebenso muss es am Grenzübergang Waidhaus laufen - und das nicht nur im Kontrollhäuschen!
Urbanist Rainer Johann erwähnte im Rahmen des ISEK den Checkpoint Charly in Berlin im Vergleich mit unserem GüG - das halte ich für einen sehr probaten Vergleich, zumal wir mit unserem Grenzübergang dem Checkpoint Charly im Grunde in nichts nachstehen.
Von der historischen Seite her betrachtet, zielt es auch zu kurz, wenn man nur Fotos und Schaufensterpuppen ins Kontrollhäuschen setzen würde. Es war doch einfach zu viel, was an dieser elementaren Schnittstelle zwischen Ost und West passiert ist.
Ich freue mich sehr auf diesen Prozess und bin gespannt, wie mutig und verantwortungsvoll wir in Waidhaus mit etwas umgehen werden, was kein Ort neben uns zu bieten hat - in ganz Europa nicht!
Montag, 8. Februar 2010
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen