Dienstag, 26. Januar 2010

Sex sells - in Waidhaus aber nicht!


Die gestrige Gemeinderatssitzung war eine wirklich gute Sitzung! Nur eine komische Antwort die keine war, von Seiten des Bürgermeisters, ansonsten eine wirklich gelungene Sitzung!

Thema war an TOP 2 der erneute Bauantrag zur Errichtung eines "Freizeitcenters" mit Spielhalle, Erotikmarkt, etc. am Gelände des vormals dort geplanten Autohofes.

Ich erinnere mich gut, dass der Autohof mal ein tolles Thema in Waidhaus war - als seinerzeit der Investor Müller aus Nürnberg dort geplant hatte. Wir haben uns seitens der SPD mit einem dort angesiedelten Bio-Laden beschäftigt (und das vor vielleicht 10 Jahren!), der damals schon geplante Erotik-Markt hat die Menschen aber eher in Wallung versetzt!

Gestern also kam es zu einer erneuten Abstimmung über den Bauplan bzw. die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens dessen. Und die Abstimmung ging mit 6:5 sogar denkbar knapp aus! Auch ich habe gegen den Bauantrag gestimmt.

Nicht, weil ich damit moralisch ein Problem hätte, sondern einfach deshalb, weil ich es für unangebracht finde, mitten in die Prärie (sprich: am Gelände des sellmals geplanten Autohofes, der nie gebaut werden wird) einen Erotikmarkt mit zwei Porno-Kinos zu platzieren. Das geht entgegen unseren Bestrebungen hinsichtlich des Tourismus und ich wollte mit meiner Gegenstimme schon auch sagen, dass ich es einfach für nen Schmarrn halte.

Marktratskollege Werner Duschner meinte, dass dieses Thema vielleicht vor 30 Jahren ein Thema im Komödienstadl gewesen sei. Da hat er wohl nicht ganz recht. Es ist noch keine 30 Jahre her und es war die Frauenunion damals, nicht der Komödienstadl!

Ich erinnere mich noch heute gerne an die damalige Aktion der FrauenUnion, als sie gegen den Verfall der Sitten im Bezug auf die Planung gewettert haben und ich erinnere mich noch lieber an die Aktion des FrauenUnion-Kreisverbandes NEW, die damals ja gegen die Versandhäuser Neckermann und Quelle (vielleicht war auch OTTO dabei) vorgegangen sind, aufdass selbige die Vibratoren und sonstiges Sexspielzeug aus dem Sortiment nehmen sollen, damit Kinder nicht diesen schädlichen Einflüssen ausgesetzt werden können. Tatsächlich haben die das damals für ein Jahr aus ihrem Sortiment genommen.

Damals gab es im NT einen Leserbrief (ich weiß nicht mehr von wem), in der der Verfasser meinte, dass es viel mehr Aufgabe der Politik sein müsse, klar zu stellen, dass selbige teuflische Instrumente gar nicht dafür gedacht seien, sie sich an die Wange zu halten (wie damals in den Katalogen abgebildet), sondern dass deren Bestimmungsort ein anderer sei. Irgendwie hatte der Verfasser damals sicherlich recht. Irgendwie aber war das damals schon irre!

Heute, in Zeiten von eis.de sieht die Welt auch dahingehend eh ganz ganz anders aus.

Bei Debatten wie dieser, denke ich mir immer das Gleiche: Würden die wirklich wichtigen Themen genauso viel Aufmerksamkeit erzielen wie solche Nebensächlichkeiten, wäre die Demokratie bei uns in Waidhaus und im ganzen Land, ein gute Stück weiter!

Und auch deshalb war es mir gestern einfach ein Anliegen, gegen das Vorhaben zu stimmen. Einfach, weil sich die Zeiten geändert haben. Weil der Waidhauser Anspruch an sich selbst ein anderer geworden ist.

Zum Glück!

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